Zusammenfassende Auszüge aus dem Infoblatt der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW und des BUND Hessen

Atomstrom versus Erneuerbare Energien

In einer kürzlich gemeinsam herausgegeben Infobroschüre der deutschen Sektion von "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Veratwortung e.V." (IPPNW) und des "Bund für Umwelt- und Naturschutz" (BUND) werden die Vorteile einer einer Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen, sowie die negativen Auswirkungen des politischen Festhaltens - Stichwort Energiekonzept - an Atomenergie dargelegt.

 

Dezentralisierung der Energieversorgung

Durch die "Energiepolitische Revolution" der Bundesregierung wurden den vier großen Versorgern massive Gewinne beschert, von der Gewerbesteuer allerdings profitieren nur wenige Kommunen. Durch die beiden Atommeiler von RWE in Biblis zum Beispiel fließt der größte Teil der Steuern in die Kassen dieser einen Kommune, die anderen gehen leer aus. Durch eine dezentrale Nutzung von erneuerbaren Energiepotentialen könnten hingegen die Städte und Gemeinden profitieren, die sich regenerative Energiequellen zu Nutze machen um so umweltfreundlichen Strom zu produzieren - und ihre ohnenhin klammen Kassen aufzubessern. Im Gegensatz zu nur wenigen Profiteuren durch gefährliche und teure Atomkraft, können durch eine Dezantralisierung der Energieversorgung im Zuge eines raschen Ausbaus der Erneuerbaren mehr Menschen an Gewinnen teilhaben. Lokale Windkraft- oder Solaranlagen machen das möglich.

 

Die Mär der teuren Erneuerbaren

Ständig steigende Strompreise werden immer mehr zur Belastung für die Bürger. Nennen die "großen" Energieversorger gerne die EEG-Umlage als Begründung für weiteres Drehen an der Preisschraube, entpuppt sich dieses Argument bei genauerer Betrachtung als schlechte Ausrede: der immer größer werdende Anteil von Erneuerbaren am Gesamtstrommix hat die Einkaufspreise in den letzten Jahren gedrückt, und die Umlagen für den Ausbau der regenerativen Energien machen in etwa diese Kosten wieder wett. Sind also tatsächlich die Erneuerbaren für die Preissteigerungen verantwortlich, oder sollen diese durch fadenscheinige Argumentation in ein schlechtes Licht gerückt werden? Im Gegensatz zu den gerne hervorgehobenen Kosten stehen allerdings viele Vorteile durch den Ausbau von regenerativer Energiegewinnung. Die Struktur neuer Betriebe hilf dem MIttelstand und durch die Schaffung von neuen Artbeitsplätzen können viele Menschen profitieren. Laut IPPNW und Bund Hessen arbeiten etwa 30.000 Menschen für die Atomindustrie, doch bereits jetzt haben die Firmen rund um die erneuerbaren Energien circa 340.000 Mitarbeiter. Tendenz steigend - Potential noch längst nicht ausgeschöpft!

 

Atomenergie als Sicherheitsrisiko

Es vergeht kaum ein Monat ohne eine Fehlermeldung in einem der Kernreaktoren, und teils gravierende Sicherheitsmängel lassen sich nicht von der Hand weisen. So bestätigte ein Gutachten der Bundesatomaufsicht diverse Mängel beim Reaktor Biblis B, wie unter anderem zu wenig Notkühlwasser, eine fehlende Abfahr-Automatik, ein fehlendes chemisches Abschaltsystem, oder unzureichender Schutz gegen Brände und Überflutungen. Dies ist wohlgemerkt ein Auszug aus der Nachrüstliste, allerdings muss man diese kritisch hinterfragen. Wird das Nachrüsten alter Pannenmeiler doch gerne der Bevölkerung als Beruhigungspille verabreicht, muss man feststellen, dass eine Behebung von technischen Mängeln, sofern von den Betreibern gewollt, keinesfalls rechtlich zwingend ist und die Planung und Realisierung viele Jahre - auch über die geplante Stillegung der Meiler hinaus - dauern kann. Hier wird also bewusst mit der Gefahr gespielt und die Gefährdung der Bevölkerung billigend in kauf genommen. Doch wofür?

 

Datum: 23. Februar 2011
Kategorien: Erneuerbare Energien, Atomausstieg
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